Ethik-Code

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e. V. (DGHT) ist eine gemeinnützige, nach dem Bundesnaturschutzgesetz anerkannte Organisation, die einen wichtigen nationalen wie internationalen Beitrag zum Arten- und Naturschutz, zur wissenschaftlichen Erforschung sowie zur artgerechten Haltung und Nachzucht von Reptilien und Amphibien in menschlicher Obhut leistet.

Die DGHT setzt sich ein für eine friedliche Kooperation innerhalb der Gesellschaft und verfolgt ihre Ziele satzungskonform im Rahmen der demokratischen Grundordnung, auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt, Gleichberechtigung, Toleranz, Inklusion, Vielfalt, Würde, Transparenz, Integrität und Partizipation.

Die DGHT begrüßt die Teilhabe aller Menschen, unabhängig von Alter, Kultur, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlechtsidentität oder -ausdruck, nationaler Herkunft, körperlichen wie geistigen Unterschieden, politischer Haltung, ethnische Herkunft, Religion, sexueller Orientierung oder sozialem Status. Diskriminierungen und Belästigungen jeglicher Art werden nicht toleriert.

Die DGHT achtet ihre Umwelt, schützt die Artenvielfalt und verpflichtet sich im Interesse der Zukunftssicherung für nachfolgende Generationen zu einem nachhaltigen Handeln. In einem integrativen Umfeld im vertrauensvollen gesellschaftlichen Miteinander entwickeln sich wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Ideen, die einen nachhaltigen Wissenszuwachs auf allen Gebieten der Herpetologie und Terrarienkunde ermöglichen – zum Wohle der Menschen und der weltweit bedrohten Reptilien und Amphibien.

Die Mitglieder der DGHT fühlen sich bei der Haltung und Nachzucht von Amphibien und Reptilien folgenden Ethik-Prinzipien verpflichtet, die sie stets auch freiwillig einhalten:

  1. Im Terrarium gehaltenen Amphibien und Reptilien werden möglichst optimale Bedingungen bezüglich Terrariengröße, Einrichtung, Klima, Ernährung usw. angeboten. Die aktuelle Terraristikliteratur, die Sachkunde bzw. die Mindestanforderungen der DGHT und die gesetzlichen Bestimmungen dienen dabei als Grundlage.
  2. Der Haltung von Nachzuchten im Terrarium sollte gegenüber der von Wildfängen grundsätzlich der Vorzug gegeben werden.
  3. Wildfänge, die selbstverständlich legal erworben sein müssen, sollten nur von erfahrenen Haltern mit dem Ziel erworben werden, die entsprechende Art durch Nachzucht auch langfristig zu erhalten und anderen Haltern verfügbar zu machen. Wildfänge können auch der genetischen Auffrischung bereits bestehender Zuchtbestände dienen. Verantwortungsvolle Tierhalter helfen mit, illegalen Tierhandel aufzudecken und die daran beteiligten Akteure (illegale Fänger, Händler) zu überführen.
  4. Auf die Zucht von Amphibien und Reptilien wird verzichtet, wenn absehbar ist, dass es für die Nachzuchten keine Abnehmer geben wird.
  5. Auf die gezielte Nachzucht von genetisch bedingten Zuchtformen, die gesundheitlich beeinträchtigt sind (z. B. durch Verhaltens- oder Sehstörungen, Blindheit, Wirbelsäulenverkrümmungen, Schuppenlosigkeit bei Reptilien, Albino-Farbmorphen bei sonnenliebenden Reptilien usw.), also von sogenannten Qualzuchten, wird unbedingt verzichtet.
  6. Im Terrarium gehaltene oder dort nachgezogene Amphibien und Reptilien werden keinesfalls ohne behördliche Genehmigung und wissenschaftliche Begleitung in der Natur ausgesetzt bzw. ausgewildert.
  7. Verantwortungsvolle Amphibien- und Reptilienhalter bilden sich durch regelmäßiges Literaturstudium und den Besuch von herpetologischen Tagungen, Vorträgen, Kursen usw. ständig weiter (z. B. durch Weiterbildungsveranstaltungen der DGHT und ihrer Untergruppierungen wie die Landes-, Regional- und Stadtgruppen sowie Arbeitsgemeinschaften der DGHT)

Code of Ethics

The German Society of Herpetology and Herpetoculture (DGHT) is a non-profit organisation, recognised under the Federal Nature Conservation Act, that makes an important national and international contribution to species and nature conservation, scientific research and the species-appropriate husbandry and breeding of reptiles and amphibians in human care.

The DGHT is committed to peaceful cooperation within society and pursues its goals in accordance with its statutes and within the framework of the democratic order, on the basis of mutual respect, equality, tolerance, inclusion, diversity, dignity, transparency, integrity and participation.

The DGHT welcomes the participation of all people, regardless of age, culture, ethnicity, gender identity, national origin, physical or mental differences, political stance, ethnic origin, religion, sexual orientation or social status. Discrimination and harassment of any kind will not be tolerated.

The DGHT respects its environment, protects biodiversity and is committed to sustainable action in the interest of securing the future for subsequent generations. In an integrative environment of trusting social coexistence, scientific knowledge and new ideas are developed that enable a sustainable increase in knowledge in all fields of herpetology and herpetoculture – for the benefit of humans and the world’s endangered reptiles and amphibians.

The members of the DGHT are committed to the following ethical principles in the keeping and breeding of amphibians and reptiles, which they always voluntarily adhere to:

  1. Amphibians and reptiles kept in terrariums are offered the best possible conditions in terms of terrarium size, furnishings, climate, nutrition, etc. The current terrarium literature, expertise, the minimum requirements of the DGHT and the legal provisions serve as a basis for this.
  2. As a matter of principle, captive-bred specimens should be given preference over wild-caught specimens.
  3. Wild-caught specimens, which must of course be legally acquired, should only be purchased by experienced keepers with the aim of maintaining the species in the long term through captive breeding and making the specimens available to other keepers. Wild-caught specimens can also be used to genetically refresh existing breeding stocks. Responsible pet owners help to expose the illegal animal trade and to convict the people involved (poachers and traffickers).
  4. Amphibian and reptile breeding is avoided if it is foreseeable that there will be no prospective buyers for the offspring.
  5. The targeted breeding of genetically determined varieties that are impaired in their health (e.g. behavioural or visual disorders, blindness, spinal curvature, scalelessness in reptiles, albino colour morphs in sun-loving reptiles, etc.), i.e. the so-called problem breeding, is strictly avoided.
  6. Under no circumstances may amphibians and reptiles kept or bred in terrariums be released into the wild without official authorisation and scientific supervision.
  7. Responsible amphibian and reptile owners educate themselves further by regularly studying the relevant literature and attending herpetological conferences, lectures, courses, etc. (e.g. through further training events organised by the DGHT and its subdivisions such as the state, regional and city groups as well as working groups of the DGHT).