Die DGHT ist ... 

... ein gemeinnütziger Verein (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V.), der sich für den Natur- und Artenschutz, die Erforschung von Amphibien und Reptilien sowie deren artgerechte und sachkundige Haltung einsetzt. Mit etwa 7000 Mitgliedern aus mehr als 30 Ländern ist die DGHT die weltweit größte Vereinigung ihrer Art. Ihre Besonderheit und Stärke liegen in der Zusammenführung professioneller Fachdisziplinen (z.B. Herpetologie, internationaler Artenschutz, Veterinärmedizin) und der Fachkompetenz aus Amateurkreisen.
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Wir wünschen unseren Mitgliedern und Unterstützern ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr 2015

Zum Jahreswechsel möchten wir Ihnen einen Überblick über die Aktivitäten der DGHT im vergangenen Jahr geben. Es fanden auffallend viele politische Gespräche statt: Lobbyarbeit kostet Mühe und Zeit, lohnt sich bei Betrachtung der vielfältigen Aktivitäten der Tierhaltungsgegner aber unbedingt. Ob in Berlin oder Düsseldorf, die DGHT wird angehört und nimmt mittlerweile merklichen Einfluss auf die Gesetzgebungsverfahren. Auch im neuen Jahr werden wir am Ball bleiben! Dafür benötigen wir weiterhin Ihre Unterstützung!
Bitte laden Sie für eine komplette grafische Übersicht der DGHT-Aktivitäten 2014 das PDF herunter (Zusammenstellung: Darina Schmidt).

Die DGHT-Geschäftsstelle bleibt während der Feiertage und zum Jahreswechsel geschlossen. Sie erreichen uns wieder ab dem 5. Januar 2015.

Die Europäische Sumpfschildkröte ist Reptil des Jahres 2015 

Europäische Sumpfschildkröte

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) zum Reptil des Jahres 2015 ernannt.

Das Charaktertier mit dem besonderen Aussehen genießt viele Sympathien in der Bevölkerung. Es besticht durch zahlreiche gelbe Punkte oder Striche auf Rückenpanzer, Kopf, Hals und Extremitäten. Die einzige Schildkröte Mitteleuropas ist unter den einheimischen Reptilien auch durch ihre amphibische Lebensweise eine sehr ungewöhnliche Art.

Noch bis ins 18. Jahrhundert war die Europäische Sumpfschildkröte bei uns häufig und wurde als eine während der kirchlichen Fastenzeit erlaubte „Fischspeise“ massenhaft abgefangen oder aus Nachbarländern wie Ungarn eingeführt. Um selbst zu speisen, muss sich die Europäische Sumpfschildkröte allerdings unter Wasser befinden, denn an Land kann sie nicht schlucken. Sie benötigt das in den Schlund einströmende Wasser, um ihre vielfältige Nahrung aus Wasserinsekten und deren Larven, Schnecken, Würmern, Fischen und Kaulquappen „hinunterzustrudeln“ – für eine Wasserschildkröte durchaus bemerkenswert.

Heute ist die Europäische Sumpfschildkröte in Deutschland extrem selten und hochgradig vom Aussterben bedroht. Sie ist streng geschützt und gilt in fast allen deutschen Bundesländern als ausgestorben, die letzten ursprünglichen Vorkommen finden sich nur noch in Brandenburg. Nachweise dieser Art in allen anderen deutschen Bundesländern gehen mit größter Sicherheit auf Aussetzungen zurück.

Die Europäische Sumpfschildkröte ist eine tagaktive, eierlegende Wasserschildkröte, die in der Natur sehr scheu ist. Sie wird maximal 23 cm lang und besiedelt Europa in mehreren Unterarten. Ihr bevorzugter Lebensraum in Mitteleuropa sind stehende, sonnige Gewässer mit flachen, reich bewachsenen Uferzonen.

Neben exzessivem Fang und Handel trugen die zunehmende Industrialisierung und Erschließung der letzten natürlichen Lebensräume zum raschen Niedergang der Art bei uns bei. Naturinteressierten die Europäische Sumpfschildkröte näher zu bringen und mit dieser Flaggschiffart auch den allgemeinen Respekt vor der einheimischen Natur zu vergrößern, sind wichtige Ziele der Kampagne zum Reptil des Jahres 2015.

Jede Beeinträchtigung und Störung der Europäischen Sumpfschildkröte oder ihrer Lebensräume in der Natur sind streng verboten, ebenso wie illegale Aussetzungen von Tieren dieser oder ähnlicher Arten. Wissenschaftlich begleitete Schutz-, Nachzucht- und Ansiedlungsprojekte hingegen, wie in Brandenburg oder im Rahmen des deutsch-französischen Interreg-Projekts „Sumpfschildkröte ohne Grenzen“, können helfen, das Interesse in der Bevölkerung zu wecken und die bei uns einst häufige Art in nach strengen Kriterien ausgewählten Lebensräumen vielleicht wieder heimisch zu machen.

Weitere Informationen

 


 

Partner ÖGH

Zur Homepage unseres langjährigen Partnerverbandes, der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH).

Partner VDA

Zur Homepage unseres langjährigen Partnerverbandes, dem Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde (VDA).