Zauneidechse – Reptil des Jahres 2020/2021
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Ihre Männchen sind zur Paarungszeit leuchtend smaragdgrün und attraktive Werbeträger für die oft kritisch beäugten einheimischen Kriechtiere: Die streng geschützte Zauneidechse (Lacerta agilis) wurde von der DGHT im Rahmen einer Pressekonferenz beim Hauptsponsor Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma zum „Reptil des Jahres 2020“ ernannt. Aufgrund der in den Coronajahren stark eingeschränkten Möglichkeiten für Naturschutzaktionen wurde die Zauneidechse erneut auch für das Jahr 2021 nominiert, sodass sie bislang die einzige Art mit dem doppelten Titel „Reptil des Jahres 2020/2021“ ist.

Zauneidechsen zählen zur Gattung der Smaragdeidechsen. Charakteristisch für die variabel gezeichneten Reptilien, die in Mitteleuropa meist 18 bis 20 Zentimeter Gesamtlänge erreichen, ist neben den prächtig grünen Flanken der Männchen eine braune Rückenfärbung mit dunklen Flecken und drei oft nur angedeuteten weißen Linien. Es gibt auch Farbvarianten wie Schwärzlinge, rotrückige und fast zeichnungslose Tiere.
Zauneidechsen besiedeln in mehreren Unterarten das zweitgrößte Verbreitungsgebiet aller europäischen Echsen. Es reicht von England bis zum sibirischen Baikalsee und von Mittelschweden bis Griechenland. Zauneidechsen sind relativ anpassungsfähige Reptilien, die keine hohen Ansprüche an ihre Lebensräume stellen. In Deutschland bewohnen sie strukturreiche Flächen im Offenland, Saum- und Übergangsbereiche an Wald- und Feldrändern, als Kulturfolger auch gerne Lebensräume in naturnahen Gärten oder entlang von Straßen, Bahnstrecken und Zäunen (daher ihr deutscher Name). Doch leider verschwindet die früher allgegenwärtige Art aus der zunehmend ausgeräumten Landschaft und ist vor allem im Norden Deutschlands bedroht.
In der Roten Liste für Deutschland (2020) befindet sich die Zauneidechse in der sogenannten Vorwarnliste, was bedeutet, dass sich ihre Lage in den nächsten Jahren verschlechtern könnte. „Tatsächlich wird die Zauneidechse in den Roten Listen der meisten deutschen Bundesländer als gefährdet oder stark gefährdet eingestuft“, so Dr. Axel Kwet, Geschäftsführer der DGHT. Als gefährdet gilt die Art auch in der Schweiz und Liechtenstein, in Österreich wird sie mit „Gefährdung droht“ eingestuft, in Luxemburg befindet sie sich ebenfalls auf der Vorwarnliste.

Doch nicht nur durch das Bundesnaturschutzgesetz ist die Art besonders geschützt. Da die Zauneidechse im Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union als streng geschützte Art aufgelistet wird, ist es zudem verboten, ihre Lebensräume zu beschädigen oder zu zerstören. Dennoch sind Zauneidechsen bei großen Bauvorhaben oft die Leidtragenden und geraten durch teure Abfang- und Umsiedlungsaktionen in den Blick einer kritischen Öffentlichkeit. Anstatt solcher nur selten erfolgversprechender Maßnahmen ist die Eingriffsvermeidung sowie Sicherung, Vergrößerung und Vernetzung vorhandener Lebensräume stets die bessere Lösung
Weitere Informationen
Fachlich unterstützt wird die DGHT-Aktion zum Reptil/Lurch des Jahres von den langjährigen Kooperationspartnern, die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH), die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (info fauna karch), das Nationale Naturhistorische Museum Luxemburg (MNHN) sowie der Bundesfachausschuss Feldherpetologie/Ichthyofaunistik des Naturschutzbundes Deutschland (NABU).
Partner und offizielle Unterstützer der Aktion „Reptil des Jahres 2020“ sind der Hauptsponsor Wilhelma (Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart) sowie die weiteren Sponsoren Tiergarten Nürnberg, Tiergarten Schönbrunn in Wien, die DGHT-AG Lacertiden und die Weingärtnergenossenschaft Metzingen-Neuhausen.
Verantwortlich: Dr. Axel Kwet (Geschäftsführer DGHT)